Der Weihnachtskalender demonstriert!

14. Dezember 2006

Big Brother Is Watching You!Heute ist der Weihnachtskalender ganz aufgeregt: Er nimmt an einer Online-Demonstration (bzw. einem Trauerzug) teil. Vor genau einem Jahr hat das Europäische Parlament die „Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung“ beschlossen und damit jegliche private Telekommunikation zu Grabe getragen.
Danach soll ab Herbst 2007 protokolliert werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Das Kommunikationsverhalten der gesamten Bevölkerung soll permanent und ohne Verdacht „auf Vorrat“ aufgezeichnet werden, weil es den Strafverfolgungsbehörden einmal nützlich sein könnte.

Mehr dazu gibt es beim Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.

Story zum Bild 5

5. Dezember 2006

Brei!Nachdem es so einen riesigen Zuspruch zu Bild 5 gab, will ich euch die Story dazu erzählen.
Das Bild entstand am 3.10.2006 um 17:37Uhr. Es war das erste Mal, dass Sonja alleine Brei essen durfte. Thomas war noch nicht zu Hause und so dacht ich mir, ach, jetzt probieren wir das einfach mal. Mann, muss ich da relaxt gewesen sein.
Leider hatte ich Sonja schon gebadet und sie hatte auch schon ihren Schlafanzug an. Aber als mir diese Gedanken kamen, hatte sie auch schon den Löffel gegriffen.
Ich hab gestaut, wie gut sie das schon gepackt hat mit dem Essen. Ja, es sieht vielleicht nicht danach aus, aber es ist tatsächlich auch mal ein Löffel Brei in den Mund gegangen.
Und um eure Schadenfreunde (Ja, ich glaub darum gefällt euch das Bild so gut) zu bändigen: Sie hat nicht mit dem Brei um sich geworfen, ich musste die Küche nicht neu malern….nur Sonja nochmal baden ;-)

Weihnachtskalender – Reloaded

3. Dezember 2006

Natürlich ist so ein selbstgestrickter Weihnachtskalender nie fertig. Erst recht nicht, wenn die Idee schon am 30. November aufkommt. Pünktlich zum dritten Fensterchen gibt es eine neue Version:

  • Die Fensterchen muß man jeden Tag selbst suchen und öffnen. Das ist wie im echten Leben! Danach bleiben sie auch beim nächsten Besuch geöffnet (wenn Cookies aktiviert sind).
  • InternetExplorer6-Benutzer (und nur die!) werden mit furchtbarem Weihnachtsgeklimper gequält. Muhahaha!
  • Diese netten kleinen Schneeflöckchen treiben jeden Prozessor zur Weißglut. Inzwischen merkt sich die Seite, ob Ihr die Flöckchen ausgestellt habt. Die Laptop-Besitzer werden sich freuen, denn nun werden ihre Knie nicht mehr gebraten. Nur die Schneeflöckchen sind jetzt ganz traurig…

xmas.dantropolis.de

Es weihnachtet schon!

1. Dezember 2006

Zumindest so ein wenig:
Für alle Sonja-Fans haben wir unseren Weihnachtskalender ins Netz gestellt: xmas.dantropolis.de

The Fast And The Dumpfbacken

2. Oktober 2001

The Fast and the Furious

Dominic „Dom“ Toretto (Vin Diesel, „Pitch Black„) ist der ungeschlagene König der illegalen Straßenrennen. Sein teures Hobby finanziert er mit „vom Laster gefallenen“ DVD-Playern, sprich: Autobahnpiraterie. Klar, daß Brian (Paul Walker, „The Skulls„), der neue in der Clique, ein Undercover-Agent des FBI ist. Doch statt den Bösewicht zu verhaften, findet er Gefallen an schnellen Autos und an Torettis Schwester Mia (Jordana Brewster)…

Sicher, ein Film, in dem aufgemotzte Kleinwagen die Hauptrollen spielen, kann einen Menschen mit Abitur nicht sonderlich lange fesseln. Doch daß es so schlimm werden würde…

Der Minimal-Story gelingt es nur mit größter Mühe, die (zugegebenermaßen recht ansehnlichen) Stunts miteinander zu verbinden. Die Dialoge beschränken sich auf das nötigste Gegrunze und Geschubse um zu erkennen, welches Nullhirn wen mag oder auch nicht. Da kann ich mir auch Samstagnacht vor der Aral-Tankstelle die tiefergelegte Dorfjugend anschauen. Alle Schauspieler wirken, als würden sie ihre wenigen Textbrocken ständig von viel zu kleinen Zettelchen ablesen müssen — sogar GZSZ kann das besser.
Jede einzelne Szene, ja jeden Satzfetzen, hat man in einem anderen Film schon einmal besser gesehen. Noch dazu wurde die eh schon nervige MTV-Style-Kameraführung in der Post Production bis zum Anschlag auf „fast and furious“ getrimmt, ein Garant für Kopfschmerzen und Übelkeit. Spätestens nach einer halben Stunde sehnt man sich förmlich nach einem lieblosen, aber routinierten 08/15-Bruckheimer wie „Nur noch 60 Sekunden„.
Die einzige Eigenleistung sind die wohl umständlichsten und dämlichsten LKW-Überfälle der Filmgeschichte:
Drei schwarze Hondas (sogar die kennt man fast so schon aus „Taxi Taxi„) tänzeln verliebt um einen mit Vollgas rasenden Vierzigtonner. Mit einer Harpune wird ein Loch in die Frontscheibe des Lasters geschossen, an einem daran befestigten Stahlsein hangelt sich dann ein Böser Bube ins Cockpit und schlägt den Fahrer K.O. Die Jungs haben halt „Stickstoff im Blut und Benzin im Gehirn“ — Taucherkrankheit grüßt Hirnzellenmassaker. Aber dem Regisseur (Rob Cohen, „The Skulls„) scheint’s gefallen zu haben, denn er kostet das „furiose“ Finale, den ultimativen Kampf „PKW gegen 18-Achser mit Schrotflinte“, solange aus, bis sogar die hartgesottensten GTI-Fahrer vor Langeweile in ihren Kinosesseln herumrutschen.

Fazit: Für ein Musikvideo zu lang, für alles andere zu dämlich.

Animal, Swordfish & Sass

14. September 2001

Animal (ab 20. September)

Marvin (Rob Schneider, „Rent a Man„) ist Polizist. Naja, kein richtiger Polizist: Er ist für die Asservatenkammer zuständig und läßt sich dabei sogar von zehnjährigen Besuchern tyrannisieren. Sein alljährlicher Versuch, den Hindernisparcours zu bezwingen, um doch noch eine Polizeimarke zu bekommen, ist zur fest eingeplanten Attraktion für die schadenfrohen Kollegen geworden. Marvin ist einer der jämmerlichsten Verlierer der Kinogeschichte, auf den selbst alte Mütterchen genüßlich ihre Zwergpudel loslassen…
Nach einem schweren Verkehrsunfall wird Marvin von einem durchgeknallten Wissenschaftler (Michael Caton, eine müde „Doc Emmet Brown„-Kopie) aufgelesen und mit Tiergedärmen zusammengeflickt. Seitdem besitzt er übermenschliche Kräfte: Er kann Kokain im Enddarm eines Dealers erschnüffeln, zehn Meter hoch springen und sich selbst die Eier lecken. So wird er zum Helden seiner Polizei-Truppe — sehr zum Ärger seines Chefs Sgt. Sisk (John C. McGinley, „Get Carter„, „An jedem verdammten Sonntag„, hat den Bösewicht auch schon weitaus überzeugender gemimt).
Obwohl „Animal“ tatsächlich einen einzigen Gag über 90 Minuten streckt (und Adam Sandler als ausführenden Produzenten hat), ist er nicht ganz so schlecht, wie er sein könnte. Er bringt einen nicht übermäßig zum Lachen, treibt einen aber auch nicht angewidert aus dem Kino. Rob Schneider (hat auch das Drehbuch geschrieben) macht als verwirrtes Opfer seiner tierischen Instinkte keine allzu schlechte Figur, aber die Rolle hätte auch jeder andere Laien-Komiker hinbekommen.

Passwort: Swordfish (ab 27. September, verlegt auf den 1. November)

Bösewicht Gabriel Shear (John Travolta) plant, was man als High-Tech-Krimineller heutzutage so plant: Er möchte sich einige Milliarden Dollar illegaler Regierungsgelder aneignen. Leider liegen die gut gesichert auf ihren Konten herum und werfen Zinsen ab. Shear schickt seine Gehilfin Ginger (Halle Berry, „Storm“ in „X-Men„), um den Superhacker Stanley Jobson (Hugh Jackman , „Wolverine“ in „X-Men„, Mutanten-Klassentreffen?) anzuwerben. Der läßt sich von der Hoffnung verführen, mit dem Geld das Sorgerecht an seiner kleinen Tochter zu erkämpfen, doch der oberste IT-Fahnder der Regierung (Don Cheadle, „Traffic„, „Mission to Mars„) ist ihnen bereits auf der Spur. Die Gewaltspirale dreht sich immer weiter und steuert auf eine finale Katastrophe hin…
Regisseur Dominic Sena („Nur noch 60 Sekunden„, „Kalifornia„) hat alles aufgefahren, was ein fetziger Actionfilm so braucht: Mächtige Explosionen in Zeitlupe dazu ratternde Maschinengewehre (denen die Munition nie ausgeht) kombiniert mit rasanten Verfolgungsjagden, Hubschraubern und hübschen Frauen mit nackten Brüsten. Daß die meisten dieser Show-Einlagen reiner Selbstzweck sind und kaum die dünne Story tragen können, stört nicht weiter: Sena läßt nie genug Zeit, darüber nachzudenken — schon knallt’s wieder irgendwo. John Travolta ist mal wieder ein Comeback gelungen (das dritte?): Er spielte die kühlen, berechnenden und in jeder Situation überlegenen Gangster schon immer am besten („Pulp Fiction„, „Broken Arrow„, „Face/Off„). Besonderer Hingucker ist garantiert Halle Berry: Sie trägt niemals mehr als luftige Unterwäsche, oft sogar nicht mal die.
Fazit: Ein schneller, lauter Actionfilm, der mehr auch nicht sein möchte.

Sass – Die Meisterdiebe (ab 27. September)

Die Brüder Franz (Ben Becker, „Comedian Harmonists„) und Erich Sass (Jürgen Vogel, „Das Leben ist eine Baustelle„) machen im Berlin der ausgehenden 20er Jahre die Tresore der großen Banken unsicher, denn sie sind innovativ: Erstmals in der Kriminalgeschichte benutzen sie einen Schneidbrenner, um einen Geldschrank zu öffnen. Kriminalsekratär Fabich (Henry Hübchen, „Sonnenallee„) ist ratlos: Zwar fällt schnell auf, daß die kleine Autowerkstatt der Brüder Sass wohl kaum genug Geld für den neuen Mercedes abgeworfen haben kann, aber die Indizien reichen nicht aus. Mit der typischen Berliner Schnauze winden sich die Brüder aus jedem Verhör heraus. Nachdem sie einen Teil ihrer Beute im Arbeiterviertel Moabit verteilen, werden sie auf der Straße offen als Helden gefeiert. Und auch die Oberschicht findet Gefallen an den unkonventionellen Aufsteigern, die ihr neues Leben in vollen Zügen genießen. Schnell wird der berüchtigte Ringverein „Immertreu“ auf die Meisterdiebe aufmerksam und möchte seine Vereinskasse durch Schutzgelderpressung aufbessern. Doch die Brüder bleiben hart — was ihrem Vater (Otto Sander, „Das Boot„) das Leben kostet…
„Sass“ beruht auf wahren Begebenheiten, auch wenn die 14jährigen Raubzüge der Gebrüder, die ihnen viele Millionen Reichsmark einbrachten, für den Film stark gestrafft werden mußten. Die Rollen sind bis zum letzten Statisten exzellent besetzt; endlich mal ein deutscher Film, der nicht mit Til Schweiger oder Heike Makatsch nervt. Ben Becker gibt sehr überzeugend den intellektuellen Lebemann Franz, sein jüngerer Bruder, der eher handwerklich-naive Erich, wird vom kaum wiederzuerkennenden Jürgen Vogel gespielt. Otto Sander glänzt in seiner tragischen Nebenrolle ebenso wie Traugott Buhre als Polizeipräsident Zörgiebel.
Der Film zeichnet ein dichtes Bild von der Atmosphäre der 20er Jahre, die einige wenige als „Die Goldenen Zwanziger“ erlebten, die meisten aber als graues, von Dreck, Hunger und Armut geprägtes Jahrzehnt. Über allem schwebt bereits die dunkle Bedrohung des Nationalsozialismus… Die Kameraführung ist brillant, genau in den richtigen Szenen kommt die Handkamera zum Einsatz. Selbst die frivolen Ausschweifungen der Reichen und Mächtigen in den Wintergärten und Bordellen werden in sehr ästhetisch-erotischen Bildern eingefangen. Lediglich der irgendwie tubalastige Soundtrack trägt manchmal zu dick auf (Swing und Co sind halt nicht jedermanns Sache) und das Ende gerät ein wenig zu vorhersehbar und kitschig.
Fazit: „Sass – Die Meisterdiebe“ ist ein handwerklich (mit Ausnahme der Spezialeffekte) sehr gut gemachter Film mit einer unterhaltsamen Geschichte und noch besseren Darstellern. Schade, daß er wahrscheinlich am Mainstream vorbeigehen wird.

Helden aus der zweiten Reihe fressen Krokodil

15. Juni 2001

Crocodile Dundee in Los Angeles (ab 21. Juni 2001)

Was erwartet man vom dritten Aufguß der „Crocodile Dundee“-Reihe? Eigentlich nichts. Leider bekommt man nicht einmal das.
Diesmal verschlägt es Mick „Crocodile“ Dundee (Paul Hogan, inzwischen etwa 60 Jahre alt) nach Los Angeles. Warum, ist uninteressant, wie der Rest des Filmes auch. Natürlich dreht sich in L.A. alles um’s Film-Business: Jeder Taxifahrer ist ein verkannter Schauspieler, auf Parties erzählt Mick den erstaunten Gästen lustige Geschichten über seinen Freund Mel Gibson (und alle denken, er meint Mel Gibson), während einer Filmstudio-Tour erlegt er mit seinem Buschmesser animatronische Dschungeltiere und verirrt sich kurz in eine Gay-Cowboy-Bar. Als die dünne Story sich dann in Richtung Kriminalschmonzette entwickelt, entfaltet der Film die atemberaubende Dynamik einer richtig schlechten „Matlock„-Folge. Ein paar der Gags wären vor einiger Zeit vielleicht noch ganz gut angekommen — sagen wir, so um 1976 herum.
Wahrscheinlich hat es Regisseur Simon Wincer („Free Willy„) darauf angelegt, einen möglichst seichten, unanstößigen Familienfilm zu drehen — Klar, daß der nur langweilig werden kann. Einzig positiv ist, daß es ganze 13 Jahre gedauert hat, bis die Welt mit diesem weiteren „Dundee“-Film beglückt wurde. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil: Bestimmt kommt 2014 ein neuer familienfreundlicher Kracher in die Kinos, „Crocodile Dundee rettet Weihnachten“ oder „Crocodile Dundees Geburtstag bei den Teletubbies“.
„Ah-Oh!“

Helden aus der zweiten Reihe (ab 21. Juni 2001)

Die großen Football-Stars streiken, weil die lumpigen drei Millionen Dollar im Jahr offenbar kaum für die Versicherung des neuen Ferraris ausreichen. Innerhalb einer Woche muß Trainer Jimmy McGinty (Gene Hackman, kunstvoll exhumiert) ein neues Team aufstellen, denn die Play-Offs stehen vor der Tür. Ganz nach dem Motto „Und wenn sie nicht gewinnen, soll es wenigstens Spaß machen, ihnen zuzusehen“ heuert er eine Truppe Halb-Profis an: Den Quarterback Shane Falco (Keanu Reeves), einen durchgeknallten Psycho-Cop (Jan Favreau), einen Sträfling (Michael Jace), einen Sumoringer (Ace Yonamine), den walisischen Fußballspieler Nigel Gruff (Rhys Ifans, hat als Spike in „Notting Hill“ der Welt seine Unterhose mit Eingriff präsentiert — und er tut es wieder), und für die Gags in der Umkleide darf natürlich eine farbige Fummeltrine nicht fehlen (Orlando Jones, demnächst in „Evolution„). Obwohl die Handlung sehr vorhersagbar ist, die Schauspieler nicht sonderlich toll sind (Hackman ist deutlich unterfordert, Reeves ist noch immer genauso untalentiert) und die gezeigten Football-Spielzüge grausigen Unsinn darstellen, macht es Spaß, den Film anzuschauen. Die Großaufnahmen sind großartig (Tak Fujimoto, „The Sixth Sense“ ), der Soundtrack ebenso (Rolling Stones, Sting, Gloria Gaynor) — und daß die ebenfalls streikenden Cheerleader durch die Belegschaft eines Strip-Lokals ersetzt wurden, hebt zwar nicht das Niveau, aber doch irgendwie, äh…, die Stimmung.

Tomcats

1. Juni 2001

Tomcats (ab 21. Juni 2001)

Der Plot ist so alt, daß er im Drehbuchautoren-Altersheim bereits seit Jahrzehnten in die Klotür geritzt sein könnte: Eine Horde cooler Typen (sie nenen sich selbst „Tomcats“) schließt anläßlich der Hochzeit eines der Rudelmitglieder eine Wette ab: Jeder zahlt jährlich 1000$ in einen Fond, den der letzte verbliebene Junggeselle ausgezahlt bekommt. Nach sieben Jahren sind nur noch zwei übrig: Michael Delaney (Jerry O’Connell, der fette kleine Junge aus „Stand By Me„, „Scream 2„, „Mission To Mars„) und der widerliche, aber recht wohlhabende Kyle Brenner (Jake Busey, der Mann mit den furchterregendsten Schneidezähnen der Filmgeschichte). Beide haben sich vorgenommen, jede Frau auf der Welt zu vögeln (Klar, nur die gutaussehenden). — Bis Michael in Vegas 51000$ Spielschulden macht, die er innerhalb eines Monats zurückzahlen muß. Also versucht er, Kyle zu verheiraten und den Wetteinsatz zu kassieren, denn der Topf ist auf satte 500000$ angewachsen (Technologie-Aktien?). Er erfährt, daß Kyle bisher nur einmal (ansatzweise) verliebt gewesen ist: In die rehäugige Natalie (Shannon Elizabeth, die Austauschschülerin aus „American Pie„, „Scary Movie„). Die hat die Romanze freilich ganz anders in Erinnerung, willigt aber ein — für die Hälfte des Geldes, versteht sich. Wer hätte es gedacht: Die beiden verlieben sich ineinander, bla blub sülz…

Tomcats“ versucht mit brutaler Gewalt, die Neanderthal-(Un-)Komik aller seiner Vorgänger zu übertreffen. Die Zielgruppe der pubertierenden 13jährigen mag sich dabei amüsieren, aber jeder „Gag“ wird dreimal unterstrichen, damit man ihn ja nicht verpaßt. Zwanzigminütige Szenen, die absolut nichts mit der, äh…, Handlung zu schaffen haben, wurden nur eingebaut, damit Michael von einer Großmutter-Domina verprügelt werden kann. Komisch war auch das nicht. Ein anderes Beispiel: Kyle erkrankt an Hodenkrebs. Doch irgendwie hat er sein linkes Ei liebgewonnen und bittet Michael, es aus dem Labor zu retten. Das Ding erweist sich als ziemlich glibberig und springt wie ein Tennisball quer durch das Krankenhaus, bis es in der Kantine landet und mit einer Praline verwechselt wird. Okay, auch Monty-Python-Filme leben von solchen Einlagen. Aber die sind dann auch wenigstens lustig.

Wer jetzt noch immer glaubt, er müsse diesen Film sehen, dem sei gesagt: Nein, willst Du nicht! Die Schauspieler sind grottenschlecht; wahrscheinlich hat jemand aus Mitleid all die Versager aufgesammelt, die beim Baywatch-Casting durchgefallen sind. Die mißglückten Parodien auf Kassenschlager wie „Mission: Impossible 2„, „Scream„, „Pretty Woman“ usw. gab es alle schon einmal besser, einige grenzen fast an Leichenschändung. Noch nie war ein Film so frauenverhassend, daß einem jeder Lacher im Halse stecken bleibt. Und obwohl die Jungs ständig von schönen Frauen umgeben sind, bleibt ausgerechnet Shannon Elizabeth zu jeder Zeit vollständig bekleidet.
Regisseur und Drehbuchautor Gregory Poirier kommt für alle Zeiten auf meine Schwarze Liste. Möge er von Außerirdischen entführt und aufs grausamste seziert werden!!

Men of Honor Vs. Dracula 2000

14. April 2001

Men of Honor (ab 19. April)

Carl Brashear (Cuba Gooding Jr.), Sohn eines farbigen (ist das P.C.?) Landarbeiters aus Kentucky, möchte aus seinem Leben etwas besseres machen — Er meldet sich zur Navy (ob das wirklich besser ist?). Leider bietet die Navy der 50er Jahre Farbigen nicht wirklich spannende Karrieremöglichkeiten: Schiffskoch oder Offiziers-Dienstbursche. Doch Carl möchte unbedingt Tiefseetaucher werden. Warum? „Weil sie gesagt haben, ich könnte es niemals werden!“ Nach unzähligen rassistischen Spießrutenläufen darf er an einem Ausbildungslager teilnehmen. Dort gerät er an Master Diver Billy „Ich bin Gott!“ Sunday (Robert De Niro). Verbittert darüber, daß seine eigen Karriere bergab verläuft (Teufel Alkohol…), und nicht weniger konservativ eingestellt, gibt er Carl keine Chance, den Kurs zu bestehen. Carl ist aber so versessen darauf, auf dem Meeresgrund spazieren zu gehen, daß er übermenschliche Anstrengungen vollbringt.
Es ist schwer, solch einen Film nicht zu mögen, zumal er auf Tatsachen beruht. Schwer, aber nicht unmöglich. Für ein Tiefseedrama ist das Drehbuch leider viel zu flach und strotzt von heroischen Hurra!-Szenen: So riskiert Carl seine mühsam aufgebaute Karriere bei einem „Ätsch, ich kann länger die Luft anhalten als Du, alter Sack“-Duell mit seinem Ausbilder, um seinem Freund, dem sotternden Rettungsschwimmer Snowhill (Michael Rapaport), eine zweite Chance zu verschaffen. Ratet mal, wer gewinnt? Und auf wundersam unglaubwürdige Weise werden der immer weiter abstürzende Sunday und Brashear dann doch noch Freunde, um gemeinsam gegen die Militär-Bürokratie zu kämpfen und den Film unnötig auf über zwei Stunden zu strecken.
Der Regisseur (George Tillman Jr.) ist so bedacht darauf, Carl Brashear ein cineastisches Denkmal zu setzen, daß er den Zuschauer im militärischen Schmalz geradezu ertränkt: „Der Tiefseetaucher wünscht sich nichts mehr, als auf dem Meeresgrund vom Wasserdruck zerquetscht zu werden und als Held zu sterben blabla…“ Der brachial-pompöse Soundtrack kennzeichnet dabei unverfehlbar Stellen besonderen Heldenmutes, an denen man eigentlich punktgenau aufspringen, applaudieren oder heulen sollte — man bekommt fast ein schlechtes Gewissen, wenn man es nicht tut.

Wes Craven präsentiert Dracula (Der Originaltitel „Dracula 2000“ ist auch nicht prickelnder, oder? Ab 26. April im Kino.)

High-Tech-Bankräuber dringen ins Allerheiligste des Londoner Antiqitätenhändlers Abraham van Helsing (Christopher Plummer) ein. Dort finden sie aber statt der erhofften Schätze nur einen verstaubten, alten Metallkasten. Mit Wes Craven (lediglich ausführender Produzent) hat dieser Film wirklich nicht viel zu tun: Denn mit der Horrorfilm-Grundbildung der Scream-Protagonisten hätten die Diebe den kruzifixgespickten Silbersarg sicher nicht mit einem Designer-Tresor verwechselt. So kommt aber niemand auf die Idee, daß sie den mindestens vierzehnten Dacula-Aufguß der Filmgeschichte mit sich herumschleppen…
Kamerad Obervampir (Gerald Butler) beißt sich frei und hinterläßt eine enttäuschend unspektakuläre Spur nach New Orleans, wo er ein Rendezvous mit van Helsings Tochter Mary (Justine Waddell) plant. So richtig böse und fies benimmt sich Dracula dabei nicht: Keine schreienden Jungfern, kein Geschmadder, dafür jede Menge Freestyle-Kung-Fu — „Matrix“ läßt grüßen. Mit seinem schwarzen Umhang und der XXL-Nebelmaschine im Hintern erinnert er auch eher an David Copperfield (mich beschleicht da eine dunkle Ahnung…). Von einem Film, der Wes Cravens Namen trägt, erwartet man da mehr. Nachdem nach knapp einer Stunde Draculas Interesse an Mary geklärt ist, geht auch das letzte „Bißchen“ Spannung verloren.
Normalerweise beginnt ein klassischer Vampirfilm damit, daß er einige Regeln aufstellt, an die sich die Beißer zu halten haben, damit die tapferen Vampirjäger auch eine Chance bekommen, sie zu erledigen. Aber Regie-Debütant Patrick Lussier (für den Schnitt bei Scream verantwortlich) wirft da einiges durcheinander: Bis zum Schluß bleibt unklar, ob Kruzifixe, Knoblauch oder Sonnenlicht überhaupt einen Einfluß haben. Und seit wann fürchten sich Vampire vor Silberkugeln? So pelzig sahen die Blutsauger dann doch nicht aus. Auch der originelle Versuch, die Entstehung des Vampirismus zu klären, überzeugt nicht wirklich.
Zwei Stunden Langeweile.

Miss Unterirdisch schlecht

25. März 2001

Miss Undercover (ab 29. März 2001)

Manchmal sind diese Überraschungspremieren wirklich hassenswert: Der Film ist nur unter Alkoholeinfluß zu ertragen und die Kinobar hat vor zwanzig Minuten dichtgemacht. Man will nach Hause ins Bett, aber irgendwem (meist dem Fahrer) gefällt der Film und so bleibt man sitzen, statt ins Bett zu gehen.

Miss Undercover“ ist solch ein richtig mieser Film: Sandra Bullock spielt eine Vollblut-FBI-Agentin Gracie Hart. Wer jetzt an Scully denkt, liegt falsch. Bullock kaut mit offenem Mund, schmatzt, kratzt sich am Hintern, prügelt sich und beim Lachen schafft sie es irgendwie, gleichzeitig zu schnarchen… Im Film wird sie recht passend mit „Dennis Rodman im Abendkleid“ verglichen. Als ein Terrorist die Wahl zur Miss United States bedroht, soll das (unglaublich) häßliche Entlein als „Miss New Jersey“ undercover ermitteln. Der Schönheitspabst Victor Melling (Michael Caine) hat zwei Tage, aus Gracie eine Dame zu machen. Der Film schwankt zwischen Action-Movie, Komödie und Drama, bedient jedes nur denkbare Schönheitsköniginnen-Cliché und bleibt dabei auf allerniedrigstem TV-SitCom-Niveau stecken. Die Bullock mag ja willig sein, aber der Plot ist verdammt schwach. Selbst stets willkommene Slapstick-Einlagen (Gracie stelzt zum ersten Mal in ihrem Leben mit Pfennigabsätzen umher) sind beim besten Willen nicht komisch — auch (und gerade) bei der vierten Wiederholung nicht. Es gibt einem schon zu denken, daß der überzeugendste Darsteller tatsächlich William Shatner ist (er spielt den abgewrackten, trampeligen Moderator der Show, Stan Fields).
Fazit: 110 Minuten Langeweile, bäh.